hohesufer.com - Hans-Joachim Polleichtner

Literaturlandschaft Harz

Aufgrund des großen Interesses, das die Neuausgabe von Wilhelm Raabes Die Innerste hervorgerufen hat, möchte ich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) einige weitere Literaturtipps zur Region geben.

Weitere im Harz spielende Texte von Wilhelm Raabe sind:

  • Else von der Tanne (1865),
  • Frau Salome und
  • Zum wilden Mann (beide 1874).

Theodor Fontanes Roman Cécile (1866) spielt unter anderem in Thale und Quedlinburg, ebenso wie – als Beispiel aus der jüngsten Literatur – Thomas Rosenlöcher Die Wiederentdeckung des Gehens beim Wandern (1991).

Erwähnt werden muss selbstverständlich auch Heinrich Heines Harzreise aus dem Jahr 1826.

Ich bin die Prinzessin Ilse,
Und wohne im Ilsenstein;
Komm mit nach meinem Schlosse,
Wir wollen selig sein.

Wegen ihrer herausragenden Qualität verdienen auch die im Weserbergland angesiedelten Texte aus dem Spätwerk Wilhelm Raabes besondere Aufmerksamkeit:

  • Höxter und Corvey (1874),
  • Das Odfeld (1888) sowie
  • Hastenbeck (1898).

Soweit ich sehe, sind fast alle Texte (bis auf Frau Salome und Hastenbeck) in Einzelausgaben lieferbar. Das von Hans-Jürgen Schrader herausgegebene Reclam-Bändchen von Höxter und Corvey (ediert nach der Handschrift, ausführliche Anmerkungen, Materialien) ist anderen Ausgaben vorzuziehen.

Besondere Beachtung (obwohl alles andere als ein Harz-Text) verdient auch Thomas Pynchon Die Enden der Parabel (1973, dt. 1981, als Rowohlt-Taschenbuch lieferbar), einer der bedeutendsten Texte der (US-)amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts, der sich mit der Endphase des Zweiten Weltkriegs beschäftigt. Der Harz ist Schauplatz im dritten Teil („In der Zone“) – im Zentrum steht die V2-Produktion im Konzentrationslager Mittelbau-Dora; es gibt aber auch eine der seltenen Beschreibungen des „Brocken-Gespensts“ und ein herrliches Tortenduell in Fesselballons!