Namensstudien
broschiert, 32 Seiten
5,00 Euro
ISBN 978-3-941513-11-2
(nur über den Verlag erhältlich)
Vor mir liegen die Jahresberichte von etwa zwanzig Mittelschulen des österreichischen Ostens. Ein Durchblick der betreffenden Namenslisten ergibt folgende Blütenlese: Einem Arthur Veilchenduft steht ein Rudolph Stinker entgegen, was aber dadurch wieder in ein treffliches Odeur umgewandelt wird, daß sich auch drei Rosenthal, vier Rosenblum, ebenso viele Rosenberg, ein Blumenstock, zwei Blumenfeld, ein Veilchenthal, endlich zwei Schöndufter in den Listen finden. ( ) Hingegen halten sich bezüglich der Moral leider Laster und Tugenden so ziemlich das Gleichgewicht: einem Galgenvogel, einem Galgenstrick, einem Todtschläger, einem Lumpe, einem Taschengreifer stehen eben nur ein Biedermann, ein Wohlthäter, ein Ehrlich, ein Sanftmuth und ein Armenfreund gegenüber.
Dieser Sonderdruck kann nur über den Verlag bezogen werden.
Karl Emil Franzos wurde am 25. Oktober 1848 in Czortkow (Ukraine) geboren. Er starb am 28. Januar 1904 in Berlin. Zu den größten Leistungen Franzos’ (der zu seiner Zeit sehr erfolgreich war und in viele Sprachen übersetzt wurde) zählen ganz sicher neben seinen literarischen Werken (Die Juden von Barnow, 1877; Der Pojaz, 1905) und der Herausgabe der Werke Georg Büchners die »Culturbilder aus Halb-Asien«. Unter diesem Sammelbegriff erschienen zwischen 1876 und 1888 insgesamt sechs Bände mit Aufsätzen und Erzählungen, die ihn zu einem der bedeutendsten Chronisten ostjüdischen Lebens machen.
Diesem Neudruck der 1880 entstandenen »Namensstudien« liegt die Fassung von 1888 zu Grunde.
Im Laufe des Jahres 2010 wird eine Ausgabe des letzten, nicht mehr abgeschlossenen Buches von Karl Emil Franzos: Aus den Vogesen. Reise- und Kultubilder (Deutsche Fahrten, Zweite Reihe) bei hohesufer.com erscheinen.